Oktokopter im Test – das Lasttier der Multicopter

Hier wird ein Oktokopter getestetFür welche Einsatzgebiete eigen sich Oktokopter

Mit seinen acht Rotoren ist der Oktokopter das größte Modell aus der Multicopter-Familie und kann erheblich größere Lasten transportieren. Jeweils vier Rotoren drehen sich dabei stets gegen, die anderen vier im Uhrzeigersinn. Durch diesen hohen Auftrieb kann der Octocopter sehr große Lasten aufnehmen und ist vielfältig einsetzbar. Die großen Drohnen finden vor allem im professionellen Umfeld ihre Verwendung, was auf den hohen Anschaffungspreis zurückzuführen ist.

Während für kleinere Lasten deshalb immer noch eher zum Hexacopter oder auch auf Quadrokopter gegriffen wird, transportieren die Oktokopter meist besonders schwere und wertvolle Ausrüstung. Sie sind zudem die beste Wahl für Aufgaben mit besonders hoher Präzision, zum Beispiel für die geologische Forschung und Landvermessung, aber auch für Filmaufnahmen mit großen und wertvollen Kameras. Dies liegt daran, dass die Octocopter deutlich präziser zu steuern sind als die kleineren Modelle. Zudem weisen sie die höchste Absturzsicherheit auf. Selbst bei dem vollständigen Ausfall von bis zu drei Rotoren kann die große Drohne noch ohne Probleme sicher gelandet werden. Hier sind noch einmal die
Vorteile der Octocopter im Überblick:

  • Hohe Nutzlast
  • extrem präzise Steuerung
  • hohe Absturzsicherheit durch große Zahl an Rotoren
  • großer Rahmen bietet viel Platz für Zubehör
  • großes freies Sichtfenster für Kameras
  • sehr gute Ausfallredundanz der Rotoren
  • besonders ruhige Flugeigenschaften

Nachteile der großen Drohnen

Doch wie immer im Leben: Wo Vorteile sind, gibt es auch Nachteile. Beim Octocopter entstehen diese aus seinem hohen Eigengewicht. Trotz seiner Größe, hält daher der Akku nämlich auch nur rund zehn bis 15 Minuten, sprich nicht länger als bei den kleineren Modellen. Wer sich eine bessere Flugzeit wünscht, muss in teure Sonderausführungen investieren. Allerdings ist der Anschaffungspreis für den Oktokopter ohnehin vergleichsweise hoch. Viele Geräte wiegen außerdem bereits um die fünf Kilo. Der Transport des zusätzlichen Gewichts muss daher bei fast jedem Flug noch einmal einzeln bei den zuständigen Behörden angemeldet werden. Für den Privatnutzer sind Oktokopter aufgrund dieses hohen Aufwands deshalb eher unattraktiv. Alle Informationen zu den rechtlichen Vorschriften für Drohnen finden Sie auf www.bayern.pics/drohne-recht. Die Haftpflichtversicherung ist für Oktokopter meist höher als für kleinere Fluggeräte. Dennoch sind sich die Experten einig: Sobald die Technik weiter fortgeschritten ist und die Oktokopter günstiger hergestellt sowie genutzt werden können, wird sich diese Bauweise aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile als Standard durchsetzen.

Können Sie einen Oktokopter selber bauen: Bausätze?

Für viele Drohnen-Fans ist der Besitz eines eigenen Octocopters ein echter Traum. Doch die Investition in die teure Anschaffung schreckt derzeit noch die meisten Privatnutzer ab. Da kommt die Frage auf, ob Sie diesen großen Multicopter nicht einfach selber bauen können? Das ist tatsächlich möglich, allerdings deutlich weniger verbreitet als beispielsweise bei einem Quadrocopter. Als Grundlage hierfür dient ein Rahmenbausatz, welcher derzeit für rund 2.000 bis 3.000 Euro erhältlich ist. Hinzu kommen die Kosten für:

  • 8 Leistungsregler
  • 8 Rotoren
  • Steuercomputer
  • Achssensoren
  • Empfänger
  • Sender
  • Zusatzausstattungen, z.B. Kamerahalter

Der Bau eines Oktokopters ist aber nicht nur finanziell aufwändig, er setzt auch ein hohes technisches Verständnis (beispielsweise bei der Konfiguration des Gimbal) sowie ein wenig Erfahrung im Modellbau voraus. Sie sollten deshalb vielleicht zunächst mit einem Quadro- und Hexacopter beginnen, bevor Sie sich an die Königsklasse wagen.

Einsatzbereiche und Kameras

Oktokopter sind vielfältig einsetzbar, da sie sowohl eine hohe Nutzlast als auch einen ausreichend großen Rahmen bieten, um die unterschiedlichste Ausstattung zu transportieren. Die Grundausstattung besteht normalerweise aus einer bidirektionalen Telemetrie-Daten-Übertragung, worüber Sie alle wichtigen Positions-, Höhen-, Entfernungsdaten sowie Koordinaten, Akkuspannung oder Ausrichtung und Geschwindigkeit der Drohne ablesen können. Dies findet per Audio und/oder Videoübertragung mit bis zu einem Kilometer Reichweite statt. Mit einer entsprechenden Kamera sind mittlerweile auch HD-Videoübertragungen in hochmoderner 4K-Qualität möglich, sprich in doppelter Kinoqualität. Daher finden die Oktokopter häufig für Filmaufnahmen ihre Verwendung. So werden Landschafts-, Stadt- oder Veranstaltungsaufnahmen aus der Luft sowie in unstetem Gelände für die Produktionsfirmen endlich finanzierbar. Sie werden häufig für Live-Übertragungen oder Wassersportwettkämpfe eingesetzt. Die Fluggeschwindigkeit erreicht hierbei bis zu 50 km/h. Die Drohnen können zudem, je nach Bauweise, Windgeschwindigkeiten von bis zu 28 km/h ausgleichen. Sie werden daher vermehrt auch für die kostengünstige und risikofreie Wartung von Windkraftanlagen genutzt.

Die Einsatzgebiete sind sehr variabel: So plant Rheinland Pfalz den Einsatz von Quadrocoptern zur Schädlingsbekämpfung in Weinbergen.

Oktokopter steuern oder den Autopilot einsetzen?

Der Oktokopter kann, wie alle anderen Multikopter auch, entweder von Hand oder per Autopilot gesteuert werden. Einen entsprechenden Autopiloten erhalten Sie mit einem integrierten oder externen elektronischen Kompass. Letzterer gewährleistet eine noch bessere Präzision sowie einen erhöhten Schutz gegen elektrische Störquellen. Der Autopilot kann mit der Funkfernsteuerung verbunden oder als autonomes System installiert werden. So findet der Octocopter völlig selbständig zu dem vorprogrammierten Zielpunkt und kann autonome Missionen durchführen. Hierin sehen die Versandhäuser die Zukunft der Logistik. Schon bald soll die Zustellung von Warensendungen per Drohne erfolgen. Aufgrund ihrer Stabilität, Robustheit und hohen Nutzlast wurden in vorläufigen Tests hierfür vor allem Oktokopter eingesetzt – mit Erfolg: Sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen sind, können sie bereits jetzt in der Logistik verwendet werden. Im privaten Bereich hingegen, bevorzugen viele Nutzer die eigenhändige Steuerung ihres Multicopters. Auch hier bieten sich vor allem die Modelle mit den acht Rotoren an, da sie besonders stabil in der Luft schweben und als außergewöhnlich absturzsicher gelten. Sie sind deshalb die perfekten Einstiegsmodelle für Anfänger in der eigenhändigen Steuerung. Allerdings sollten Sie dennoch unbedingt zuvor an einem Flugsimulator üben. Gerade Oktokopter stellen nämlich eine hohe finanzielle Investition dar, die Sie gewiss nicht beim ersten Flug zerstören möchten. Kaufen Sie sich daher ein entsprechendes Programm für den Computer sowie eine Fernbedienung mit USB-Anschluss. So können Sie solange Zuhause und ohne Risiko üben, bis Sie sich im Fliegen sicher fühlen. Einsteiger und erfahrene Anwender finden hierbei gleichermaßen Spaß und können wichtige Flugerfahrung sammeln.

Welche Nutzlast hat ein Oktokopter?

Je nach Einsatzbereich und -zweck, weisen die Oktokopter eine unterschiedliche Nutzlast auf. Dies hängt mit der technischen Ausstattung, der Stabilität des Rahmens sowie der Bauweise der Drohne zusammen. Grob lassen sich die Angaben zur Nutzlast in folgende Bereich untergliedern:

  1. Basis-Modelle bis zu 1 Kg
  2. Semi-professionelle Modelle bis zu 2,5 Kg
  3. Professioneller Bereich bis zu 6 Kg

Beachten Sie, dass bei der Angabe des Abfluggewichts, zum Beispiel 10 Kilogramm, das Eigengewicht der Drohne inbegriffen ist. Zudem geht eine höhere Nutzlast in der Regel mit einer kürzeren Akkulaufzeit einher. Bei einem Gewicht von 5 Kg oder mehr sowie bei der gewerblichen Nutzung müssen Sie außerdem jeden Flug des Oktokopters vorher von den Behörden genehmigen lassen.

 

Weiterführende Informationen

Video zum Einsatz von Oktokoptern zur Schädlingsbekämpfung